Was ist eine Normseite?

Von Verlagen und Lektoren werden Manuskripte regelmäßig in Normformatierung verlangt. Doch was ist eine Normseite eigentlich und wozu ist sie gut?

Eine Normseite besteht aus 30 Zeilen mit je 60 Zeichen, inklusive Leerzeichen. Das ergibt 1.800 Zeichen pro Normseite. Praktisch liegt die Anzahl jedoch meist unterhalb dieses Maximalwertes, sodass viele Lektoren von 1.650 Zeichen pro Normseite ausgehen. Die Formatierung dient vor allem dazu, dem Lektor seine Arbeit zu erleichtern. Denn 60 Zeichen pro Zeile sind optimal, damit das Auge den Beginn der nächsten Zeile findet und den Text so schnell und problemlos erfassen kann. Bei mehr als 80 Zeichen pro Zeile verliert der Leser leicht den Faden und bald darauf, die Lust weiterzulesen.

Die Zeilenlänge begrenzt man, indem man den Seitenrand vergrößert. Je nach Schriftart und Größe variiert die Größe des Rands, wenn man exakt 60 Zeichen erreichen möchte. Insgesamt wird der Rand etwa 8–10 cm betragen. Im Print-Bereich ist der rechte Rand dabei traditionell doppelt so groß wie der linke Rand. Da auf einer Doppelseite der rechte Rand innen liegt und durch sein Pendant ergänzt wird. Dadurch erscheint der Freiraum in der Mitte des Buches genauso groß wie die Außenränder.

Ein breiter Außenrand zeugt von Respekt gegenüber dem Leser, da man ihm dadurch die Möglichkeit gibt, eigene Gedanken zum Text handschriftlich festzuhalten. Dadurch wird eine intensive Auseinandersetzung mit dem Inhalt überhaupt erst möglich.

Ein größerer Zeilenabstand trägt dazu bei, dass man einen Text besser lesen kann und lässt Raum für Korrekturen. Die Normformatierung erfordert einen 1,5-zeiligen Abstand.

Wenn Du die Formatierung einmal in einem leeren Dokument anlegst und als Vorlage speicherst, kannst Du diese Vorlage als Standardvorlage für Dein Schreibprogramm festlegen. Dann bleiben die Einstellungen auch nach einem Neustart des Programms erhalten.

Gönn Deinen Augen etwas Entspannung bei der Arbeit am Computer!