Was ist der Unterschied zwischen einem Bilderbuch und einem Kinderbuch?

Die kleine Raupe NimmersattDie kleine Raupe Nimmersatt von Eric Carle für Kinder ab dem ersten Lebensjahr.

 Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist die Zielgruppe. Geschichten für Kinder bis 6 Jahren sind in der Regel Bilderbücher. Sie sollten mit Illustrationen nicht mehr als 48 Seiten umfassen. Der Anteil an Illustrationen ist naturgemäß hoch.

Für Zwei- bis Dreijährige reichen bereits 2–3 Sätze pro Seite, bei Bilderbüchern für Kinder ab fünf Jahren können es 5–8 Sätze pro Seite sein. Dabei solltet Ihr nicht mehr als 600 Zeichen auf einer Doppelseite verteilen, damit noch genug Raum für die Illustrationen bleibt.

Janosch CoverWie der Tiger lesen lernt von Janosch für Erstleser ab 6 Jahren.

Erstlesebücher für Kinder ab 6 Jahren haben ebenfalls einen hohen Bildanteil, der Text ist aber, anders als bei den Bilderbüchern, auf die Bedürfnisse und Lesefähigkeiten eines Erstklässlers eingestellt. Vorlesebücher hingegen orientieren sich an den Bedürfnissen der Erwachsenen, die langes Vorlesen als ermüdend empfinden. Daher sollten die Geschichten nicht mehr als eine Viertelstunde in Anspruch nehmen.

Emil und die DetektiveEmil und die Detektive von Erich Kästner für Kinder ab 10 Jahren.

 

Das klassische Kinderbuch wendet sich an Kinder ab 8 Jahren. Die Texte werden ebenfalls oft mit Illustrationen aufgelockert, doch steht der Text hier schon mehr im Vordergrund. Die Kinder sollten sich die Geschichte möglichst auch ohne Hilfe eines Erwachsenen erschließen können und nicht durch zu lange Kapitel ermüdet werden. Ein Kinderbuch ab 8 Jahren hat zwischen 70 und 162 Normseiten. Eine Normseite hat etwa 1800 Zeichen pro Seite. Bei einem Kinderbuch ab 10 Jahren sind die Illustrationen meist nur noch schwarz-weiß und dem Text wird mehr Raum eingeräumt. Ein Buch für diese Zielgruppe umfasst 147–294 Normseiten.